Eine Muschel träumt seit Jahren
auf dem dunklen Meeresgrund,
doch sie würde gern erfahren;
ist die Welt dort oben bunt?
Von einer Sonne wird erzählt,
die das Meer zum Glitzern bringt,
von einem blauen Himmelszelt,
in dem so mancher Vogel singt.
Kam ein Fisch vorbeigeschwommen,
sie erzählte ihm ihr Leid,
so hat er sie mitgenommen,
festgesaugt am Schuppenkleid.
Oben angekommen setzte
er sie ab, auf einem Stein
den das Wasser stets benetzte
und so ließ er sie allein.
In einem Jahr bin ich zurück
von meiner Reise durch das Meer,
bis dahin wünsche ich dir Glück,
versprech dir; ich komm wieder her!
Die Muschel freute sich am Licht,
am Wind, der Wellen steigen ließ,
doch bald beglückte sie es nicht,
dass sie die Heimat so verließ.
Sah Vögel die am Himmel zogen,
sie hörte ihre Melodie,
doch alle sind vorbei geflogen
und keiner hatte Zeit für sie.
Nach einem Jahr der Einsamkeit
inmitten all den schönen Dingen,
erschien der Fisch und fragte sie;
soll ich dich jetzt nach unten bringen?
Ja! Bitte nimm mich mit nach unten,
die Welt hier oben ist zwar schön,
doch hab ich hier kein Glück gefunden,
jetzt möchte ich nach Hause gehn.
Und so geschiehts, dass sich bis heut
Muscheln tief im Sand verstecken,
am Meeresboden - weit verstreut,
da schlafen sie - sind nicht zu wecken...
August 2015
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Das ist ja villeicht eine süße Geschichte, Jonny! Wirklich prächtig geschrieben und mit einer überzeugenden Argumentation verdichtet. Ganz große Klasse!
Sirius
Reset the World!
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Das freut mich, Sirius, ich danke dir herzlich!
Silvestergrüße dir
Jonny
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Lieber Jonny,
das hab ich wieder und gern, mit Freude gelesen.
Danke,
Leo
Schreiben macht schön.
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Ich habe zu danken, Leo!
Hab einen schönen Abend
Jonny
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