Die Unermüdlichkeit stehn Tisch
Die Unermüdlichkeit stehn Tisch
und Bett viel länger durch
als diese Arve oder jede Angst. Wisch
(du!) vom Blatt den unbedarften Spruch
der nur Gelächter will und Ja.
Der wohl den Chor fürs Lob gewinnt,
nicht aber den Sopran für «fort!» und «da!».
Denn der bleibt schrill ans Hoch gepinnt.
*
Zeit und Engel sind verwandt
in komplizierter Einfachheit.
Zu zählen mit den Fingern einer Hand.
Kein Rahmen drum herum. Nicht breit
noch lang. Gemeinsam haben sie
den Südfuss und den vertikalen Wuchs.
Vollkommen ist die Opfersymmetrie
und eingeholt von seiner Spur der Luchs.
*
Da hilft kein Schmerz – kein Herz,
das eigentlich ins Buch gehört
und das nun – Faust geworden – himmelwärts
(da!) fliegt und jedes höhere Gefühl verstört.
Dort bleibt’s bestehn und ist ganz nackt
(so!) wie fast alles, was gewaltig ist.
Wie auch der Angelus, der mal Geschichte macht,
mal kurz sich unterscheidet und die Grenze ritzt.
*
Eigen – irgendwie – ist jeder Rest.
Der weisse Fleck. Die Narbe da. Die Schuld
von morgen früh, die keine Wetterfee erlässt.
(Ja…ch!) Fragt sich bloss, wer sich womit belud –
und – wozu? – und bis wohin? – und für wen
und für wie lang!
FELIX PHILIPP INGOLD
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