Vergiss nicht,
wer du bist,
eine Flamme vielleicht,
die leckt an deinen Lügen.
Schlag die Bilder
aus dem Kopf,
schmelze sie
in deinem allerbesten Kupfertopf.
Schäl dich langsam
aus dem Block
mit ganzer Haut,
gehe, atme nicht so seicht.
Vergieß nicht den,
der du bist,
er schreit vor Durst
vielleicht.
(weegee)
Nicht erst morgen, heute komm zum Rosengarten. (Pierre de Ronsard)
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So eine flammende Rede halte ich meinem Spiegelbild auch oft. Es zuckt dann kurz zusammen, das beobachte ich genau.
Nur mit so schönen und passenden Worten bekomme ich es nicht hin. Ich bin nur ein Poet, du bist ein Künstler, weegee.
Und einer, der bei Tacheles schreibt. Das ist besonders schön!
Sirius
Reset the World!
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Hab vielen Dank, Sirius. Deine Begeisterung ehrt und freut mich sehr. Wenigstens können WIR noch in den Spiegel schauen, ohne dass er vor Scham anläuft...
LG, Jörn
Nicht erst morgen, heute komm zum Rosengarten. (Pierre de Ronsard)
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Ich habe nachgeschaut, weegee, mein Spiegelbild lacht mit mir. Seit ich in Rente bin, mehr denn je. Alles "Nichichselbstseinkönnen" hat ein Ende gefunden. Deine gekonnten Verse zeigen mir: das ist ein guter Weg.
Liebe Lottegrüße
Schenke der Welt mein Lächeln,
morgen lächelt sie zurück.
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Vielen Dank für Deine lieben Worte, Lotte. Oh ja - nicht mehr arbeiten müssen. Was für ein Freiheitsgefühl muss das sein! Aber eigentlich bist Du schon die ganze Zeit vom Kopf her frei gewesen, das musst Du, sonst würde Dir jetzt etwas fehlen. Wie denen, die sich leer fühlen, wenn sie keine Anweisungen mehr erhalten dürfen, untergeben sein dürfen. Tatsächlich sterben dann einige recht bald, weil alles so sinnlos ist.
Aber ich meine natürlich nicht nur Arbeit, sondern alle Bereiche. Man kann alles machen müssen und trotzdem irgendwie inerlich unabhängig sein. Man kann lächeln, wenn es denn sein muss, aber trotzdem mit jeder Faser denken: Leck mich! Erst, wenn man Lächeln fühlt, obwohl man nicht will, oder weiß, dass es falsch ist, dann ist es zum Brechen.
Oder: Es müsste Musik da sein, bei allem, was du machst. Oder: Poesie in den banalsten Tätigkeiten, Dingen, s. den tollen Roman KRUSO von Lutz Seiler.
"Sich fügen, heißt lügen." (Erich Mühsam, glaube ich). Spricht der weise, mittelalte Mann und verkauft morgen wieder Kinderbücher, die die Welt nicht braucht, um von dem Geld Dinge zu kaufen, die er und die Welt nicht braucht. Und trotzdem macht er einen guten Job, weil er innerlich ganz woanders ruht und wohnt und ihm Bilder und Worte zuflattern, die ihn ein Stück weit unangreifbar und unabhängig machen - manchmal.
LG, Jörn
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