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Interview: Warum gibt es rechte Homosexuelle?

#1 von Sirius , 10.02.2025 14:22

Interview: Warum gibt es rechte Homosexuelle?
Antimuslimischer Rassismus, Männlichkeitsbilder in der Krise und weniger oder andere Diskriminierungserfahrungen – was queere Männer* nach rechts bewegt

Auch wenn es nur selbstselektierende Stichproben in einer speziellen Zielgruppe sind. Die Ergebnisse der Wahlumfrage von ROMEO haben auch zur Bundestagswahl wieder für Aufruhr in den Netzwerken gesorgt. Bereits das zweite Mal nach der Europawahl konnte sich die AfD dort als Gewinnerin fühlen. Dieses Ergebnis als nicht unwahrscheinlich erwartend hat die männer* Redaktion im Vorfeld versucht, Ursachen für das Phänomen „rechte Schwule” zu identifizieren.
Aufsehen im wissenschaftlichen Betrieb erregte 2024 diesbezüglich Dr. Patrick Wielowiejski. Seine Dissertationsschrift „Rechtspopulismus und Homosexualität: Eine Ethnografie der Feindschaft“ wurde mit dem Humboldt-Preis 2024 ausgezeichnet. Dankenswerter Weise nahm er sich Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Du hast nicht repräsentative Umfragen wie die von ROMEO kritisiert. Warum?
Ich sehe diese Umfrage kritisch. Sie ist schlecht gemacht und sollte in Zukunft nicht wiederholt werden. Einerseits ist es natürlich wichtig, überhaupt hinzuschauen, dass es dieses Phänomen gibt, und nicht zu behaupten: „Das sind doch Einzelfälle.“ Andererseits muss man darauf achten, wie solche Daten erhoben werden. Viele Online-Umfragen sind nicht repräsentativ. Das heißt, wenn in Schlagzeilen steht „Soundso viel Prozent der schwulen Männer wählen AfD“, dann stimmt das nicht.
Gleichzeitig kann die AfD genau solche Studienergebnisse verwenden, um zu sagen: „Seht her, wir sind gar nicht schwulenfeindlich, sogar in dieser Community finden wir Anhänger.“ Genau deswegen ist es wichtig, solche Zahlen kritisch einzuordnen: Sie zeigen möglicherweise einen Trend, aber eben nicht zwangsläufig das volle Bild.

Nichtsdestotrotz ist die Grundbotschaft: Es gibt relevante Gruppen von schwulen Männern, die sich nach rechts orientieren. Das sollten wir ernst nehmen, thematisieren und auch im Privaten, in der Community, ansprechen.
Was kann ich mir genauer unter Ethonlogie bzw. Antropologie vorstellen?
Ich bin Kulturanthropologe oder europäischer Ethnologe. Das bedeutet, wir befassen uns mit kulturellen und sozialen Phänomenen im Alltag: mit den Vorstellungen, Deutungen und Sinnkonstruktionen von Menschen in unterschiedlichen Gruppen. Was uns unterscheidet von vielen anderen Fächern ist, dass wir nicht hauptsächlich Zahlen erheben oder große repräsentative Befragungen durchführen, sondern ethnografisch vorgehen. Das heißt, wir nutzen vor allem teilnehmende Beobachtung und Gespräche: Wir tauchen in das Feld ein, das uns interessiert, und beobachten es – oft über einen längeren Zeitraum.

Weiterlesen:

https://www.maenner.media/gesellschaft/p...r-wielowiejski/


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Sirius
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