Janine Adomeit: Die erste halbe Stunde im Paradies
Im Roman der Flensburgerin Janine Adomeit geht es um ein Geschwisterpaar, dessen Mutter an Multipler Sklerose erkrankt ist. "Die erste halbe Stunde im Paradies" ist bei allem Leid auch ein tröstliches Buch.
von Danny Marques Marcalo
Anne arbeitet in der Pharmaindustrie. Sie ist der Inbegriff von Effektivität. Der Laptop immer aufgeklappt, jede Autofahrt mit dem Navi berechnet. Für menschliche Beziehungen ist kein Platz in ihrem Leben. Denn die regen auf, führen zu Schmerz.
Ich will einfach in Ruhe sein dürfen. Das ist es doch, worauf sich alle Lebewesen, bis hinunter zur Amöbe, einigen können: auf möglichst wenig Leid. Oder Stress, rein wissenschaftlich gesprochen. (…) Bloß, nicht mal die Einzeller schaffen es, einander unbehelligt existieren zu lassen.
So auch im Roman: Das Telefon klingelt, es ist Annes Bruder Kai. Wenn man so will das Gegenteil von Anne. Ein musischer Typ, ungewaschen, und mit einigen Drogenproblemen. Er bittet Anne um Unterschlupf. Und das führt die Geschichte über Rückblenden in die Vergangenheit, als Anne und Kai Teenager waren. Enge Bande. Aber dann wird die Mutter krank.
"Ihr müsst keine Angst haben. Ich bin nicht sterbenskrank. Es ist nur - also, meine Hände, die zittern manchmal, das ist euch bestimmt schon aufgefallen. Und meine Füße, in denen kribbelt es. Dann stolpere ich. Irgendwann könnte es dazu kommen, dass ich nicht mehr so gut Treppen steigen und keine weiten Strecken mehr laufen kann."
Sagt die Mutter. Sie hat Multiple Sklerose, eine Krankheit, die unter anderem von Schüben gekennzeichnet ist, nach denen sich die motorischen Fähigkeiten der erkrankten Person meist verschlechtern.
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https://www.ndr.de/kultur/buch/buchdesmo...adomeit124.html
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