Feridun Zaimoglu: Sohn ohne Vater
"Sohn ohne Vater" des in Kiel lebenden Autors Feridun Zaimoglu ist ein Schmerzensbuch und ein flirrendes Roadmovie, das sich zum Krimi mit surrealen Momenten wandelt. Das Chaos im Kopf des Ich-Erzählers überträgt sich auf den Ton.
von Katja Weise
In viele Rollen ist der seit Jahrzehnten in Kiel lebende Schriftsteller Feridun Zaimoglu geschlüpft - zuletzt hat er sich in "Bewältigung" intensiv mit Adolf Hitler auseinandergesetzt. Nun erscheint mit "Sohn ohne Vater" ein Roman, der aus einer überraschend anderen Perspektive erzählt ist. "Ich behaupte, in diesem Buch 'ich' zu sein, ich behaupte in diesem Buch, Zaimoglu zu sein", erzählt der Autor im Gespräch mit NDR Kultur. Zaimoglu erfährt zu Beginn des Romans von seiner Mutter, dass sein Vater in der Türkei gestorben ist, er nun also ein "Sohn ohne Vater" ist.
Ich rufe meine Schwester an (….) Wir weinen, als wollten wir unsere Gesichter erbrechen. Wir haben keinen Vater mehr in diesem Leben. Wir wollen ihn wiederhaben.
"Die Trauer macht mich türkisch", heißt es Seiten später, mit Macht bricht sie über den Erzähler herein, der sich zunächst nur durch Gehen zu helfen weiß. Stundenlang streift er durch Kiel, Papier und Stift dabei immer in der Tasche. Der Autor sagt: "Ich hatte keine guten Tage, ich empfand mein Verhalten auch als furchtbar. Es entstanden binnen weniger Wochen Dutzende Zettel … Und im nämlichen Moment, da ich plötzlich mich sah in einem Abteil in einem Zug in die Türkei und diesen Stoß an Zetteln, wusste ich, das wird eine Geschichte."
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https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Zai...aimoglu180.html
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