Letzte Meldung
X

An alle neu registrierten Benutzer!

Wir achten hier auf den Datenschutz. Insbesondere auf die Privatsphäre unserer Mitglieder. Wer sich nur anmeldet, um am "Küchentisch" mitzulesen oder nur Mitgliederlisten einsehen will, wer nur Spam posten möchte und nicht auf meine PNs reagiert, den lösche ich wieder.

Helene Hegemann: Striker

#1 von Sirius , 18.03.2025 11:27

Helene Hegemann: Striker

Helene Hegemann ist Schriftstellerin, Filmemacherin, Regisseurin und Host der ARD-Literatursendung "Longreads". Mit "Striker" legt sie einen Berlin-Roman vor, sieben Jahre nach "Bungalow", der für den Deutschen Buchpreis nominiert war.
von Juliane Bergmann

Eine junge Frau, Mitte 20 - im Buch heißt sie nur "N" - lebt in einem heruntergekommenen Berliner Bezirk. Schon seit Jahren kann sie nicht schlafen. Eines Nachts hört N zum ersten Mal Schritte auf dem leeren Dachboden über ihrer Wohnung. Am nächsten Morgen schaut sie aus dem Fenster: Die gegenüberliegende Brandmauer ist vollgesprayt mit riesigen runenartigen Zeichen. Das packt sie.
Es ist das Werk eines Einzelnen, genauer, das eines einzelnen Mannes. Die Zeichen sind kunstfertig und präzise. Trotzdem kommen sie ihr plump vor. Oder hochmütig. Ja, das ist es. Eine Frau hätte die bis zum Himmel strotzende Hybris, mit der sie an die Wand gesprayt worden sind, besser zu tarnen gewusst und dafür gesorgt, dass man beim Betrachten nicht vom Größenwahn des Entstehungsprozesses abgelenkt wird. Sie denkt darüber nach, die ganze fucking Zeit.

Helene Hegemanns Ton ist auch in ihrem neuen Roman "Striker" angriffslustig feministisch. Sie badet in langen, lustvoll-komplizierten Sätzen. Den Zugang zu diesem Text muss man sich mühevoll erarbeiten. Da fließt nichts ineinander. Die ersten 100 Seiten lesen sich ruppig und kühl. Zugegeben: Das passt zur Story. N ist Kampfsportlerin von der harten Sorte. Blut, Schweiß und Knochenbrüche schocken sie nicht. Sie trainiert andere und sich selbst in einer Kampfsportschule.
Der einzige Ort, an dem die Welt für sie in Ordnung scheint, an dem ihr die Verhältnisse klarer und gesicherter vorkommen als in ihrem eigenen Bett, ist diese Sportschule. Keine Trennung, keine Ausgrenzung, nur Hierarchie.

Weiterlesen:

https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Str...egemann182.html


Reset the World!

 
Sirius
Beiträge: 27.777
Registriert am: 02.11.2015


   

Jakob Hein: "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste"
Wolf Haas: Wackelkontakt

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz