Elisa Hoven: Dunkle Momente
Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht an der Uni Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgericht. In ihrem neuen Roman "Dunkle Momente" beschreibt sie neun vertrackte, hochinteressante Fälle.
von Annemarie Stoltenberg
Die Hauptfigur heißt Eva Herbergen. Sie ist Juristin und weit über ihren Beruf hinaus umgetrieben von Fragen nach den Grenzen zwischen Recht und Unrecht, danach wie drastisch kleine Entscheidungen Leben verändern können und zwar nicht nur das der Opfer, sondern auch das der Täter.
Im ersten Fall geht es um Notwehr. Ein Millionär erschießt einen 17-jährigen Jungen aus Rumänien, der als Einbrecher unterwegs in den Villen der Reichen ist. Überraschend kommt für den Jungen, dass sich der Hausbesitzer wehrt.
Der Alte liegt auf dem Boden. Er hält die Tasche schützend vor den Körper, das Telefon ist ihm aus der Jacke gefallen. Adrian kickt es mit dem Fuß unter ein Regal. Er kennt die Angst in den Augen der Menschen, die er überfällt, daran hat er sich gewöhnt, das gehört dazu, und es geht ja schnell, er beeilt sich jedes Mal. Aber in dem Blick des Mannes liegt noch etwas anderes, etwas, das ihm nicht gefällt. Es ist Verachtung.
Eine Hausangestellte hatte Adrian und seinem Bruder den Tipp gegeben, wo der Safe im Haus versteckt sei. Es schien ganz einfach, doch dann kommt alles anders. Der Junge versucht ohne Beute zu flüchten.
Da tritt der Mann aus der Wohnzimmertür, er ist wacklig auf den Beinen, aber Adrian sieht sofort, was er in den Händen hält. Es ist ein Gewehr, lang und schmal, wie man es zur Jagd nimmt, und der Alte richtet es direkt auf ihn. Adrian hebt die Hände und geht langsam rückwärts Richtung Haustür. "Stehen bleiben!", ruft der Mann, seine Stimme zittert vor Wut.
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