Rücktritt eines katholischen Pfarrers: „Bislang nicht bekannte Vorwürfe“ und ein brisantes Gutachten
Ein kirchliches Gutachten im Bistum Passau zeigt gravierende Grenzüberschreitungen eines Pfarrers. Nach einer Anfrage von CORRECTIV trat der Pfarrer zurück. Die Gründe, so das Bistum, seien aber „bislang nicht bekannte Vorwürfe“.
Ein angeblich „beliebter“ Pfarrer im Bistum Passau tritt zurück, doch die Gründe bleiben im Dunkeln. Das bayerische Bistum schreibt in einer heutigen Presseerklärung von „bislang nicht bekannten Vorwürfen“. Es dürfte aber auch mit einem brisanten Gutachten über den Pfarrer zu tun haben.
Die Erklärung des Bistums folgte nur kurz nach einer CORRECTIV-Anfrage zu einem vertraulichen Gutachten des „unabhängigen Ansprechpartners bei geistlichem Missbrauch“ im Bistum Passau, Helmut Höfl, die CORRECTIV zugespielt wurde. In dem 151-seitigen Gutachten wird dem Pfarrer „geistiger Missbrauch“ vorgeworfen. Der Priester soll Jugendliche auf kirchlichen Fahrten zu exzessivem Trinken von Alkohol verleitet haben. In dem Gutachten heißt es: „Besonders besorgniserregend sei, dass das Verhalten des Priesters klare ,grooming-artige‘ Züge trägt: Er testet und überschreitet Grenzen und schafft ein Umfeld, in dem die Jugendlichen zunehmend weniger in der Lage sind, riskante oder unangemessene Situationen als solche zu erkennen.“
Unter Grooming versteht man eine Methode von Erwachsenen, Vertrauen bei Jugendlichen und Kindern zu erschleichen – möglicherweise zur Vorbereitung sexuellen Missbrauchs. Im Fall des Pfarrers gibt es aber keine Hinweise darauf, dass es zu sexuellem Missbrauch gekommen ist. In dem Gutachten geht es auch um Mobbing-Vorwürfe gegenüber Gemeindemitgliedern, die diese Missstände kritisiert hatten.
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https://correctiv.org/aktuelles/missbrau...ntes-gutachten/
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