Skelett
Das richtige Schinderhannes-Knochengerüst wurde mit Hilfe einer Nachfahrin entdeckt.
Der Hunsrück ist ein Mittelgebirgszug, der sich zu weiten Teilen in Rheinland-Pfalz erstreckt und ein bisschen im Saarland. Seine Landschaften sind bewaldet und im Sommer grün, es gibt tiefe Schluchten und vorzügliche Wanderwege durch Ehrbach- oder Baybach-Klamm. In diesen Wäldern und Tälern hauste einst der Schinderhannes, ein ausgebuffter Räuber und Schreckensmensch, von dem die Hunsrücker auch heute noch erzählen. Und zwar mit großem Respekt, denn es soll sich der Legende nach um einen guten Bösen gehandelt haben. Eine Art Robin Hood des Hunsrücks, der die Reichen bestahl, um die Armen zu beschenken.
Dazu lässt sich sagen, dass es zwar den Hunsrück mit all seiner Schönheit tatsächlich gab und weiter gibt, und dass auch die Existenz von Johannes Bückler verbürgt ist, der als Schinderhannes eine berüchtigte Karriere hinlegte. Dass aber die Überfälle dieses Mannes alles andere als edel waren, sondern vielmehr eigennützig-verbrecherisch. Verbürgt sind 211 schwere Straftaten in sechs Jahren, insgesamt kommen Kriminalstatistiken auf 94 Mittäter. Darunter waren Diebstähle, Erpressungen, Raubüberfälle, Raubmord und Mord.
Und dennoch wurde er verklärt in Volksliedern besungen, in wohlwollenden Erzählungen erwähnt und auch von Carl Zuckmayer in dem Stück „Schinderhannes“ auf die Bühne gebracht. Der Name übrigens rührt von seinem Beruf her, Bückler hat sich zeitweise als Beseitiger von Tierkadern verdingt, im Hunsrück Schinder genannt. Auf Zuckmayer geht die Mär vom edlen Räuber zurück, der den Reichen nimmt, um es den Armen zu geben. Im Schinderhannes-Turm von Simmern wird seines zwiespältigen Andenkens gedacht. Ausgestellt sind ein Hut und eine Pistole des Täters sowie das Fallbeil, unter dem das 1779 begonnene Leben des gefassten Schinderhannes 1803 ein Ende nahm.
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https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/da...t-93649517.html
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