Wandel
Der Klimawandel ist bereits ungeheuer zerstörerisch, doch die Politik wird vermutlich nie darauf reagieren.
Die Welt im Wandel. Diese Vorstellung war früher ein Versprechen. Heute ist es eine Bedrohung. Damals gewann man Wahlkämpfe mit dem Slogan: Wir stehen für den Wandel. Nunmehr ist man froh, wenn man das Bestehende retten kann. Oftmals ist es dafür zu spät. Der Blick auf die Buchsbäume im Garten lässt einem das Gesicht erfrieren. Statt sattgrünen Farbtönen ziert sie einen aschpfahles Grau, wenn man sich die abgestorbenen Ästlein der Buchsbaumhecke betrachtet oder das Gerippe des übergroßen Buchsbaumballes direkt vor dem Fenster.
Alle Versuche sind fehlgeschlagen, das Grün wiederkehren zu lassen. Die feuchten Winter erfreuten den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis), der mit seinesgleichen ein Freudenfest im Buchsbaumgeäst feierte. Leider einmal zu oft, wie sich nun zeigt. Der Wandel hat‘s gegeben, der Wandel hat‘s genommen. Zuvor schon hatte der Wandel einen ganzen Wald niedergemacht. Diesmal war es nicht der Zünsler, sondern der Borkenkäfer. Er profitierte nicht von der Nässe, sondern von der Trockenheit. Kein einziger Baum blieb stehen.
Und es gibt weitere Neuigkeiten. Der Wasserkreislauf wurde einer großen Untersuchung unterzogen, die Ergebnisse in „Science“ veröffentlicht. Wer nichts von der Wissenschaft hält, den wird es nicht interessieren. Aber man stellte fest, dass mittlerweile immens viel Süßwasser über Verdunstung und Ablauf in die salzigen Meere gelangt und so ein für allemal dem Land entzogen wird. Das bedeutet: es wird immer trockener. Eine schlechte Nachricht. Aber wir fahren weiter mit unseren mit fossilen Treibstoffen gefüllten Autos und, wer es sich leisten kann, fliegt weit, weit in die Ferne. Man will schließlich vergessen. Dumm nur, dass auch dort der Klimawandel seine Spuren hinterlässt.
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https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/de...n-93656506.html
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