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„Der größte genetische Faktor für Aggressivität ist das Y-Chromosom“

#1 von Sirius , 07.03.2025 10:32

„Der größte genetische Faktor für Aggressivität ist das Y-Chromosom“

Über den Umgang mit Menschen wie Trump sollten am besten ab nun die Ärzte mitreden. Ein Gespräch darüber, was manche Männer so böse macht, mit dem Neurowissenschaftler und Philosophen Henrik Walter – aus aktuellem Anlass neu editiert
Interview Hans-Hermann Kotte; Illu: Frank Höhne; erste Veröffentlichung in DUMMY „Böse“; Winter 2014
DUMMY: Herr Walter, laut Bibel neigt der Mensch zum Bösen. Humanisten betrachten ihn im Grunde als gut. Welche Rolle spielen solche Menschenbilder für Sie?

Henrik Walter: Im therapeutischen Alltag sind Begriffe wie gut und böse kein Thema. Da sprechen wir möglichst wertfrei über Verhalten. In der Arbeit mit Menschen, die von anderen als „böse“ bezeichnet werden, müssen wir von moralischen Wertungen absehen. Sonst hat Therapie wenig Sinn. Als Philosoph würde ich übrigens lieber von Moralität sprechen, weil gut und böse eben sehr, sehr biblisch klingt – nach Sünde.
Kommt der Mensch mit einem angeborenen Sinn für Gut und Böse auf die Welt?
Nach allem, was wir wissen, kommt der Mensch mit einer Prädisposition für moralisches Verhalten zur Welt. Es gibt Theorien, denen zufolge moralisches Urteilsvermögen dem Sprachvermögen gleicht. Wir haben eine angeborene moralische Grammatik, die sich aber nur dann ausbilden kann, wenn wir den richtigen Input kriegen. Sprechen lernen wir nur, wenn wir unter sprechenden Menschen aufwachsen – nicht, wenn wir völlig isoliert allein im Wald aufwachsen. So ähnlich ist es auch mit dem moralischen Urteilsvermögen. Unter Wissenschaftlern wird auch von einem angeborenen „moral sense“ gesprochen.

Die Moral ist also im Hirn angelegt, muss aber trotzdem noch gelernt werden.
Ja. Das Gehirn ist so angelegt, dass es Sprache mühelos lernt. Ebenso leicht lernt es auch moralische Prinzipien. Es ist weder alles fest verdrahtet, noch ist unser Gehirn ein unbeschriebenes Blatt, Tabula rasa. Jeder hat die Fähigkeit in sich, moralisches Denkvermögen zu entwickeln. Vorausgesetzt, es ist der richtige Input da.
Und wenn der falsche Input da ist? Wenn mir also zum Beispiel als Kind Gewalt angetan wird, werde ich dann auch zum Schläger?
Wenn eine gesunde Entwicklung kaputt gemacht wird, dann hat das unweigerlich Folgen. Allerdings ist die These, dass nur diejenigen, die Gewalt erlebt haben, auch gewalttätig werden, in dieser Ausschließlichkeit nicht richtig. Man kann auch gewalttätig werden, wenn man eine normale Erziehung genossen hat.

Kann „das Böse“ vererbt werden?
Die Erkenntnisse dazu sind bislang noch recht bescheiden. Man weiß zwar, dass bestimmte genetische Varianten zu aggressivem Verhalten prädisponieren, für den Einzelnen hat das aber nur in extrem seltenen Varianten eine Relevanz. Ich würde es so ausdrücken: Es gibt zwar genetische Grundlagen für Aggressionsneigung und Furchtlosigkeit, aber für eine Vererblichkeit des Bösen im Allgemeinen gibt es keine klaren Belege.

Weiterlesen:

https://dummy-magazin.de/artikel/sf/


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Sirius
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