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Möglicherweise ist soziale Kompetenz tatsächlich weniger dein Beritt, aber in dieser Situation blieb dir gar keine andere Wahl. Wenn Frauen erstmal anfangen zu weinen, kommt man meist mit der Kavaliersnumer nicht weiter. Immerhin war dein Baggern doch recht amüsant zu lesen.
Nun ist unsere Stunde, die Zeit kommt mit ihrer Armee sie uns zu entreißen. Wir aber fangen in den Minuten einen endlosen Sommer.
Ich erschrecke, wenn ich nicht schreiben kann. Welche Sprache bleibt mir dann für meine Sehnsucht? Könnte ich wenigstens die wortlose Sprache deiner Haut verstehen, anstatt nur mein ängstliches Flüstern, dir ein Fremder zu bleiben..
Corinna Wolf-Bartens ist vieles: Lehrerin, Quereinsteigerin, promovierte Biologin, Mutter von drei Kindern und Hauptverdienerin der Familie. Jeder Tag eine Achterbahn. Wie fühlt sich so ein Tag im Leben der Lehrerin an? Um das erleben zu können, trägt sie für ein paar Wochen eine Mini-Action-Kamera auf der Stirn. Ihr Blick wird zu dem der Zuschauer*innen. Sie sehen, was sie sieht, hören, was sie hört und spüren hautnah die Intensität ihres Berufs.
Kaum zu glauben, aber bis 1995 waren Scheidungen in Irland per Gesetz verboten. Erst ein Referendum brachte die alte Regelung in Irland mit hauchdünner Mehrheit zu Fall. Alan Murrin hat über die Monate davor einen Roman geschrieben. von Peter Helling
Rauch steigt auf über dem kleinen Cottage an der irischen Westküste - und es ist nicht der Rauch aus dem Kamin. Izzy Keaveney ahnt sofort, dass etwas passiert ist. "Mrs Keaveney", sagte der Detective, "Woher weiß eine Frau, die drei Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Bucht lebt, aus dem Fenster schaut und ein bisschen Rauch sieht, dass das Feuer absichtlich gelegt worden ist?" "Ach so", antwortete sie. "Das ist eine ganz andere Geschichte." Die Geschichte geht so: In der Hütte wohnt Colette Crawley. Eine Frau, die anders ist als die Frauen in der Ortschaft Ardglas. Eine bekannte Dichterin, eine, die das Leben, die Liebe, den Alkohol liebt - und die ihren Mann und ihre drei Kinder für einen Mann in Dublin verlassen hat. Jetzt ist sie zurückgekehrt, bankrott, gescheitert auf ganzer Linie. Und wird von allen beäugt, etwa sonntags in der Kirche. Wo sie oben am Pult steht und eine Lesung halten darf.
Izzy hätte ihr den ganzen Tag zuhören können. Die Gemeinde blickte entrückt zu dieser Vision auf, und als Izzy über den Altar hinweg zu Pfarrer Brian auf seinem großen Marmorsessel schaute, bemerkte sie den milden, wohlwollenden Blick, mit dem er Colette Crowley beobachtet. Izzy ist unglücklich verheiratet, ausgerechnet mit einem Lokalpolitiker, der sich für das Recht auf Scheidung einsetzt. Sie ist Mutter zweier Kinder. Und zwischen diesen beiden ungleichen Frauen - die eine weltgewandt, die andere Sammlerin von Hummel-Porzellanfiguren - entsteht eine Verbindung. Sie werden Verbündete. Izzy lässt sich von Colette inspirieren, Colette sucht Izzys Hilfe, weil ihr der Ex-Mann verbietet, ihre Kinder zu sehen. So arrangiert Izzy scheinbar zufällige Treffen mit Colettes kleinem Sohn Carl.
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Marine Le Pen und die „Schatten der Vergangenheit“ – Gründe eines Urteils
Die deutsche Medienwelt ist in Aufruhr. Grund ist das gestrige Urteil gegen die Ex-Vorsitzende und dreimalige Präsidentschaftskandidatin des ultrarechten „Rassemblement National“ (RN), Marine Le Pen, und sieben weitere hohe Funktionäre der Partei, die zu hohen Strafen verurteilt wurden. Auch die Partei wurde zu hohen Strafzahlungen an die Staatskasse verurteilt. Die für strafwürdig befundenen Vorwürfe betreffend „fiktiver Beschäftigung“ im Europäischen Parlament liegen über zehn Jahre zurück. Die Ermittlungen gegen Le Pen und das RN in dieser Sache laufen fast beinahe genauso lang. Als besonders überraschenden Paukenschlag bezeichneten die Medien die Aberkennung des passiven Wahlrechts für Marine Le Pen für eine Periode von fünf Jahren, da dies Le Pen die Teilnahme an der nächsten Präsidentschaftswahl kosten dürfte, auch wenn Le Pen angekündigt hat, in Berufung zu gehen. Von Sebastian Chwala.
Die Kommentierung der Entscheidung eines Pariser Strafgerichts driftet dabei schnell in eine Richtung ab, die eine rein politische Bewertung der Entscheidung des Gerichts zur Folge hatte. Freuten sich die einen klammheimlich darüber, dass mit den Mitteln des Rechtsstaates der drohende Weg zur Macht Le Pens verbaut sei, fürchteten andere eben genau jene politischen Winkelzüge der herrschenden Eliten, die einen gefährlichen formaljuristischen und antidemokratischen Kampf gegen die erstarkenden politischen Ränder führen.
Damit legitimiert letztere Gruppe aber die Strategie Le Pens, die spätestens ab dem Zeitpunkt von einem politischen Prozess gegen sie und ihre Partei zu sprechen begann, als klar wurde, dass sich in dieser Causa ein Gerichtsprozess nicht mehr verhindern lassen würde. Sicherlich kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass die Existenz einer unabhängigen Justiz, die ohne Ansehen der Person und Stand Recht spricht, ein Mythos ist. Dies gilt umso mehr in Frankreich, wo die Justiz offen politisch agieren soll, wie es die ohne jede Scham von Seiten des Justizministeriums versendeten Handlungsanweisungen in politischen Krisenzeiten an Gerichte und Staatsanwaltschaften immer wieder zeigen und im Falle der Gelbwesten- und zuletzt der Rentenproteste auch immer wieder zu gesellschaftlicher Empörung führten. Denn der Justizapparat wird dabei immer wieder aufgefordert, größtmögliche Härte zu zeigen.
Deutsche-Bank-Tochter zahlt Millionen wegen Greenwashing
Hat die DWS grüne Finanzprodukte als „grüner“ verkauft als diese tatsächlich sind? Mit einer weiteren Millionenzahlung will die Fondsgesellschaft einen Schlussstrich unter einen Rechtsstreit ziehen. Frankfurt/Main - Die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS muss auch in Deutschland eine Millionenbuße wegen „Greenwashing“-Vorwürfen zahlen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs ermittelte, verhängte ein Bußgeld von 25 Millionen Euro. Der DWS wird schon länger vorgeworfen, sogenannte grüne Finanzprodukte als „grüner“ verkauft zu haben als diese tatsächlich sind - „Greenwashing“ also.
„Wir begrüßen es, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen die DWS nunmehr abgeschlossen sind“, teilte die DWS mit. „Dass unser Marketing in der Vergangenheit teilweise überschwänglich war, haben wir in den vergangenen Jahren bereits öffentlich gesagt. Wir haben die internen Dokumentations- und Kontrollprozesse bereits verbessert und werden auch weiterhin daran arbeiten, hier weitere Fortschritte zu machen.“ In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage von Anlegern nach nachhaltigen Investments gestiegen. Großanleger legen mehr Wert auf saubere Geldanlagen - auch auf Druck der EU, die mit ihrer Taxonomie eine Art Gütesiegel für nachhaltige Finanzprodukte geschaffen hat. Die Fondsbranche hat eine Vielzahl von ESG-Produkten aufgelegt. Allerdings ist es für Außenstehende teilweise unklar, was genau als nachhaltige Investments gezählt wird.
Auf der Suche nach Beweismaterial durchsuchten Staatsanwälte mehrmals Büros der Fondsgesellschaft in Frankfurt. Die DWS hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Juni 2022 wurde jedoch der Chef ausgetauscht: Auf Asoka Wöhrmann folgte der Deutsche-Bank-Manager Stefan Hoops. Die DWS hatte im Zeitraum Mitte 2020 bis Ende Januar 2023 intensiv mit Produkten mit ökologischen und sozialen Merkmalen (ESG) geworben. ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung) und soll die Beachtung ökologischer und sozialer Aspekte in Unternehmen anzeigen.
Das Neueste von einer Erfindermesse und aus der Spaghetti-Wissenschaft. Heute: Erfindungen, wie sie die Welt gut brauchen könnte – oder auch nicht.
Allemal rechtzeitig, um vor dem Sommer eine Bikini- oder Badehosenfigur zu befördern, wurden die dünnsten aller Spaghetti erfunden. Sie sind aus Mehl (Achtung, Allergikerinnen, ob es auch glutenfreie gibt, können wir nicht sagen), sind allerdings 200-mal dünner als ein Haar und damit fürs bloße Auge unsichtbar. Sobald Sie freilich Soße darübergeben – sehen Sie die Soße. Ob es da dann etwas zu wickeln gibt? Wer weiß. Der Ultra-dünne-Spaghetti-Durchbruch gelang einem Team des University College London – und das Ziel war nicht, Menschen das Abnehmen zu erleichtern. Nein, aus solchen Stärke-basierten Nanofasern können zum Beispiel Wundpflaster hergestellt werden, durch die Feuchtigkeit nach außen transportiert wird – nicht nur Tomatensoße –, die aber Bakterien fernhalten. Und sollten Sie nach dem Besuch beim Arzt plötzlich Hunger verspüren – ach, streichen Sie das, ein Wundverband schmeckt ohne Carbonara oder Aglio & Olio etwas dröge.
Aber vielleicht haben Sie dann den „elektrischen Salzlöffel“ zur Hand, der gerade auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt wurde. Er gaukelt der Zunge mittels elektrischem Strom vor, dass das Essen salziger ist, als es ist. (Es wurde betont, dass die Stromschläge nicht schmerzhaft sind – und das wäre ja noch schöner.) Und bestimmt kommen Sie sich gar nicht albern vor, wenn Sie mit so einem Löffel ins Restaurant gehen. Stellen Sie sich vor – so wurde auf der CES auch geworben –, Sie finden jeden Morgen den schon fertigen Kaffee vor, ohne je Wasser in die Maschine füllen zu müssen. Denn eine neu erfundene Maschine für nur 299 Dollar filtert die Feuchtigkeit aus der Raumluft, angeblich bis zu 13 Tassen am Tag. Frage: Da allzu trockene Raumluft nicht gut ist für die Schleimhäute, sollte man die Kaffeemaschine nicht besser gleich zusammen mit einem Luftbefeuchter kaufen und anschließen? Inspiriert wurde diese Erfindung vom namibischen Nebeltrinker-Käfer; der streckt sein Hinterteil nach oben, um feine Nebeltröpfchen zu fangen, und bunkert sie … Nun ja.
Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen, das kommt dem Kind nicht in den Sinn. Es löst sie leise aus den Haaren, drin sie so gern gefangen waren, und hält den lieben jungen Jahren nach neuen seine Hände hin.
ETWA 55 PROZENT DER ABFÄLLE IN DEUTSCHLAND STAMMEN AUS DER BAUBRANCHE. JEDE SEKUNDE WERDEN DEUTSCHLANDWEIT ÜBER 7,3 TONNEN BAUABFÄLLE ERZEUGT. (Zahlen von 2020, Umweltbundesamt)
In Fernando Aramburus rührender Geschichte versucht eine Familie nach dem tragischen Verlust des Sohnes wieder zurück ins Leben zu finden. Der Roman "Der Junge" handelt auch von der Macht der Fantasie. von Tobias Wenzel, SR
Am 23. Oktober 1980 sind bei einer Gasexplosion in einer Grundschule im spanischen Ort Ortuella 50 fünf- bis sechsjährige Schüler gestorben, außerdem zwei Lehrer und eine Köchin. Ortuella liegt im Baskenland, dort, wo Fernando Aramburu geboren wurde und aufgewachsen ist. Und da der heute 66-jährige Autor, der mit seinem Roman über die ETA, "Patria", international bekannt wurde, sowieso schon in mehreren Büchern über einfache Menschen aus dem Baskenland geschrieben hat, lag es auf der Hand, dass er irgendwann auch über die dramatische Gasexplosion in Ortuella schreiben würde. 1980 sorgt eine Propangasexplosion in einer Grundschule im spanischen Baskenland für eine Tragödie. Dieses reale Ereignis hat Fernando Aramburu zu seinem Roman "Der Junge" inspiriert: "Das ist eine heikle Sache", gibt der Autor zu. "Es ist sehr schmerzlich, 50 Kinder in einem Dorf zu verlieren. Man kommt da als berühmter Schriftsteller an, der sein Büchlein auf Kosten der Schmerzen von Anderen schreibt. Diese Rolle wolle ich auf keinen Fall spielen."
Tatsächlich ist Aramburus Roman überhaupt nicht voyeuristisch. Einfühlsam schildert er eine rein fiktive Familie, die ihren Sohn Nuco bei dieser Explosion verloren hat. Jedes Familienmitglied verfolgt eine jeweils andere Strategie, um nicht am Tod Nucos zu zerbrechen. Sein Vater José Miguel blendet die Vergangenheit aus. Nucos Mutter Mariaje versucht zwar auch zu vergessen, wird aber von der Erinnerung an ihren Sohn immer wieder eingeholt. Auch deshalb, weil ihr Vater, Nucos Großvater Nicasio, so tut, als würde der Junge noch leben. Nicasio spricht nicht nur auf dem Friedhof mit seinem Enkel. Er lässt auch Nucos Kinderzimmer von einer Umzugsfirma ausräumen und in seiner eigenen Wohnung wieder aufbauen - und verunsichert damit Mariaje:
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Bürgergeld: Merz I ist schlimmer als Hartz IV
Noch laufen die Koalitionsverhandlungen – doch schon jetzt ist klar: Die »Neue Grundsicherung« ist ein Rückschritt.
Noch streiten Union und SPD über viele Themen und Details. Doch auf ein massives Entrechtungs- und Verelendungs-System für erwerbslose Menschen haben sich die Parteien in den Koalitionsverhandlungen bereits geeinigt. Nichts anderes steckt hinter der geplanten Abschaffung des Bürgergelds und der Einführung der sogenannten »Neuen Grundsicherung«. Nennen wir sie Merz I. Wer sich das aktuelle Papier aus den Koalitionsverhandlungen genauer anschaut, wird schnell feststellen, dass die Ampelkoalition sich die letzten vier Jahre Ringen ums Bürgergeld hätte sparen können. Wir sind wieder genau da, wo wir zuvor mit Hartz IV waren.
Aber es ist sogar schlimmer: Denn das gesellschaftliche Klima ist viel vergifteter als vor der Einführung von Hartz IV vor zwanzig Jahren. Während gegen die Agenda 2010 und Hartz IV noch Hunderttausende auf die Straße gingen, ist die Solidarität mit Menschen in Armut heute erschreckend niedrig. Protest gegen den sozialen Kahlschlag ist jedenfalls nur eine vage Erinnerung an vergangene Zeiten.
Stattdessen finden Forderungen nach härteren Sanktionen und niedrigeren Regelsätzen in großen Teilen der Gesellschaft Zustimmung. Dieses Phänomen kommt nicht von Ungefähr. Die Kampagne gegen das Bürgergeld wurde von CDU und CSU bereits vor seiner Einführung strategisch geplant und kontinuierlich gefahren. Auf dem Rücken der Ärmsten haben die Union und ebenso die AfD maßgeblich ihre Zustimmung in der Bevölkerung gesteigert – während die SPD von Jahr zu Jahr immer weiter eingeknickt ist und damit ihre eigene Reform der Reform lächerlich und nun anscheinend unnötig gemacht hat.
Am 24. März 2025 tötete die israelische Armee im Gazastreifen gezielt zwei Journalisten. Dabei geht es um mehr, als bloß zu verhindern, dass über Gaza berichtet wird. Von Riad Othman Die Tötung von Mohammed Mansour und seiner Frau im südlichen Gazastreifen (Khan Younis) und von Hossam Shabat in Nord-Gaza (Beit Lahia) setzt das bereits bekannte Vorgehen der israelischen Armee gegen Medienarbeiter:innen fort; insbesondere in Gaza, zu einem gewissen Grad aber auch im Westjordanland und bisweilen selbst im Libanon. In anderthalb Jahren wurden hier laut dem internationalen Committee to Protect Journalists (CPJ) mindestens 170 Journalist:innen durch israelische Militärgewalt getötet, viele von ihnen offenbar gezielt. Andere Quellen gehen von weit mehr als 200 getöteten Angehörigen der Zunft aus.
Hossam Shabat war kein gewöhnlicher Journalist. Als nach den Anschlägen der Hamas am 7. Oktober 2023 der nächste Krieg über Gaza hereinbrach, war er erst 21 Jahre alt und hatte schon mehrere Kriege hinter sich. Eigentlich war er auch noch nicht mit seinem Journalistik-Studium fertig. Mit dem Beginn der Angriffe auf Gaza berichtete er über die Lage vor Ort, und je länger der Krieg andauerte, desto mehr geriet er in die Situation eines Kriegsreporters, der von Ort zu Ort hastete, um über die Massenverbrechen im Gazastreifen zu berichten.
Am 24.März fiel er der Tötung durch das israelische Militär zum Opfer, wie schon so viele Medienschaffende in Gaza vor ihm. Das offensichtliche Ziel dieser Tötungen ist die Unterbindung der Berichterstattung über Kriegsverbrechen, wie sie die deutsche Noch-Außenministerin Annalena Baerbock Anfang Mai 2022 anlässlich des Tages der Pressefreiheit mit Blick auf die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit eindeutigen Worten verurteilte. Sie sagte, dass „Regierungen versuchen, Presse- und Informationsfreiheit einzuschränken, Debatten zu unterbinden, Fehlinformationen zu verbreiten, Journalistinnen und Journalisten einzuschüchtern oder gar verschwinden zu lassen.“ In Gaza tötet eine solche Regierung seit nunmehr anderthalb Jahren auch (gezielt) Journalist:innen. „Sie sind das Sprachrohr der Opfer“, so Baerbock weiter, „die sonst kein Gehör finden und nicht sichtbar wären, sie belegen Menschenrechtsverletzungen, aber auch Kriegsverbrechen.“ Genau das tat Hossam Shabat, indem er entschied, ohne seine Familie im Norden Gazas zu bleiben und sein Leben riskierte, um täglich über den Genozid zu berichten. Baerbocks Ministerium, das Auswärtige Amt, scheint bis heute zur gezielten Tötung von Journalist:innen im Gazastreifen zu schweigen.
Europäische Millionenstadt macht ÖPNV kostenlos – und stellt damit einen Rekord auf
In Belgrad sind öffentliche Verkehrsmittel seit 2025 kostenlos. Die serbische Hauptstadt ist seitdem die größte Stadt mit gratis ÖPNV – mindestens in Europa, wahrscheinlich aber sogar auf der ganzen Welt. Bisher galt die estnische Hauptstadt Tallinn mit seinen rund 440.000 Einwohner:innen als größte Stadt, die kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anbietet. Doch seit dem 1. Januar 2025 heißt es auch in Belgrad: freie Fahrt in Bus und Bahn. Laut einer Mitteilung der EU Urban Mobility Observartory ist Belgrad mit seiner Bevölkerung von 1,7 Millionen Menschen nun die größte europäische Stadt mit kostenlosem ÖPNV. Sehr wahrscheinlich gibt es sogar keine andere Millionenstadt auf der ganzen Welt, in der Bus und Bahn zeitlich unbefristet komplett kostenlos sind. Belgrads Bürgermeister Aleksandar Šapić bestätigte die “soziale Maßnahme” bereits am 18. Dezember 2024 auf einer Pressekonferenz: “Niemand wird mehr für Tickets zahlen müssen – es wird keine Monatskarten, jährlichen Abonnentments und Rabatte mehr geben”.
In derselben Pressekonferenz verkündete Šapić außerdem, die komplette ÖPNV-Flotte der Stadt – also Busse, Oberleitungsbusse und Straßenbahnen – bis 2027 komplett durch neue Fahrzeuge ersetzen zu wollen. Bis Ende 2025 sollen bereits nur noch Busse auf Belgrads Straßen unterwegs sein, die spätestens Ende 2022 produziert wurden. Um einen einheitlichen Standard zu gewährleisten, würden private Verkehrsunternehmen in der Stadt dazu verpflichtet, Investitionen in ihre Flotten zu tätigen, kündigte Belgrads Bürgermeister an.
Hör', was geheime Wissenschaft verkündet: In jenem allerletzten Augenblick, Wo sich dein Geistiges vom Körper trennt Und in das Ätherreich des Ewigen mündet. Wo es den Schmerz der Zeit nicht kennt —
In jenem allerletzten Augenblick Rollt sich dir magisch mit Sekundenschnelle, Volldeutlich bildhaft und in Farbenhelle Noch einmal ab dein irdisches Geschick! Du siehst auf Mutter und Geburt zurück Und siehst in langer, wechselvoller Reihe, Seltsam umschauert von der letzten Weihe, All das, was dir vergönnt war, durchzuleben!
Du siehst Geschehenes vorüberschweben, Liebe und Haß, Gewalt'ges und Gemeines, Glück, Unglück, Sieg und Niederlage, Den holden Glanz versunkener Frühlingstage, Die unerhörte Pracht der Welt des Scheines! Des Sommers Fülle, alle Herrlichkeit, Mit der dein schöner Pfad war benedeit!
Kunst und Natur und Spiel und Scherz, Die Lust, die jauchzend überquoll, Dein Bettleraug', von Tränen übervoll, Dein Kinderlachen und den Mannesschmerz! Und alles das, Erhab'nes, Großes, Kleines, War einst ein Menschenleben und war deines!
Ja, hör', was heimlich Wissen dir verkündet: Du schaust im allerletzten Augenblick, Wenn Geistiges in seine Heimat mündet, Noch einmal, wie es abrollt, dein Geschick, Du schaust in der Sekunde des Hinüberschwebens Den Film des eig'nen, wunderreichen Lebens!
Elisa Hoven ist Professorin für Strafrecht an der Uni Leipzig und Richterin am Sächsischen Verfassungsgericht. In ihrem neuen Roman "Dunkle Momente" beschreibt sie neun vertrackte, hochinteressante Fälle. von Annemarie Stoltenberg
Die Hauptfigur heißt Eva Herbergen. Sie ist Juristin und weit über ihren Beruf hinaus umgetrieben von Fragen nach den Grenzen zwischen Recht und Unrecht, danach wie drastisch kleine Entscheidungen Leben verändern können und zwar nicht nur das der Opfer, sondern auch das der Täter. Im ersten Fall geht es um Notwehr. Ein Millionär erschießt einen 17-jährigen Jungen aus Rumänien, der als Einbrecher unterwegs in den Villen der Reichen ist. Überraschend kommt für den Jungen, dass sich der Hausbesitzer wehrt.
Der Alte liegt auf dem Boden. Er hält die Tasche schützend vor den Körper, das Telefon ist ihm aus der Jacke gefallen. Adrian kickt es mit dem Fuß unter ein Regal. Er kennt die Angst in den Augen der Menschen, die er überfällt, daran hat er sich gewöhnt, das gehört dazu, und es geht ja schnell, er beeilt sich jedes Mal. Aber in dem Blick des Mannes liegt noch etwas anderes, etwas, das ihm nicht gefällt. Es ist Verachtung. Eine Hausangestellte hatte Adrian und seinem Bruder den Tipp gegeben, wo der Safe im Haus versteckt sei. Es schien ganz einfach, doch dann kommt alles anders. Der Junge versucht ohne Beute zu flüchten. Da tritt der Mann aus der Wohnzimmertür, er ist wacklig auf den Beinen, aber Adrian sieht sofort, was er in den Händen hält. Es ist ein Gewehr, lang und schmal, wie man es zur Jagd nimmt, und der Alte richtet es direkt auf ihn. Adrian hebt die Hände und geht langsam rückwärts Richtung Haustür. "Stehen bleiben!", ruft der Mann, seine Stimme zittert vor Wut.