Wohnort, Arbeit, ausspioniert
Wie Standortdaten die Sicherheit Deutschlands gefährden
Unsere Smartphones wissen viel über uns. Zum Beispiel unseren Standort.
Damit bringen uns Navigations-Apps metergenau ins Ziel, Wetter-Apps prognostizieren, ob es bei uns regnen wird und Dating-Apps zeigen uns Menschen in unserer Nähe.
Doch viele App-Anbieter verkaufen unsere Standortdaten weiter.
Diese Recherche des Bayerischen Rundfunks und netzpolitik.org zeigt, warum diese Daten gefährlich sind – für hochrangige Beamte, Militärangehörige und sogar für Geheimdienste.
Ein früher Dienstagmorgen irgendwo in Bayern. Eine Person steigt ins Auto und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Die genaue Fahrtroute zeigen ihre Standortdaten, die uns vorliegen. Die Fahrt endet in einem gesicherten Areal, zu dem die meisten Menschen keinen Zutritt haben: Es ist ein Geheimdienststandort in Oberbayern.
Wie so oft stellt die Person ihr Fahrzeug auf einem Parkplatz der Mangfall-Kaserne in Bad Aibling ab. Der ehemalige Bundeswehr-Standort ist im Bild gelb umrandet .Heute ist dort eine öffentlich bekannte Außenstelle des Bundesnachrichtendienstes (BND).
Wie die Person heißt, steht nicht in den Daten. Wir können aber rekonstruieren, wo sie vermutlich wohnt - nämlich in dem Haus, in dem sie meistens ihre Nächte verbringt. Von dort haben wir Tausende Signale. Um die Person zu schützen, machen wir ihren Wohnort nicht öffentlich.
Dutzende Male können wir ihren Arbeitsweg nachverfolgen.
Unbefugte dürfen nicht auf das Gelände des deutschen Auslandsgeheimdienstes. Kaum jemand, der dort arbeitet, macht das öffentlich.
Doch wir sehen genau, dass die Person über die Einfahrt an der Texasstraße auf das BND-Gelände kommt.
Und wir sehen noch etwas: Die Person steuert immer wieder ein ganz bestimmtes Gebäude an. Dort häufen sich die Standortdaten, die als blaue Punkte eingezeichnet sind.
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https://interaktiv.br.de/ausspioniert-mit-standortdaten/
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