Christian Schünemann: Bis die Sonne scheint
Bisher waren Kriminalromane das Metier von Christian Schünemann. Nun ist ein sehr persönlicher Roman von ihm erschienen. In "Bis die Sonne scheint" geht es um eine Familie, die Probleme hat, über die Runden zu kommen.
von Katrin Krämer
Wie lange kann man sich - und seinen Kindern - etwas vormachen, so wie Siegfried und Marlene Hormann es tun? Ihre finanzielle Lage ist desolat, aber das wollen sie nicht wahrhaben. Sie reden sich ihre Situation schön, blenden die bittere Realität weitgehend aus. Aber der 15-jährige Daniel, aus dessen Erleben wir die Roman-Rahmenhandlung verfolgen, weiß längst, dass das konsumvergnügte Leben nun ein Ende hat. Bisher war ein Gang zur Bank für die Hormanns immer ein Fest gewesen.
Wir verließen die Bank mit dem schönen Gefühl, dass alles möglich sei. Wir könnten, zum Beispiel, den Topas kaufen, der uns beim Juwelier ins Auge gesprungen war. Oder uns das Teeservice zulegen und damit dem verregneten Nachmittag eine edle englische Note verleihen. (...) - alles Dinge zum Anschauen und Anfassen, die bewiesen, dass unser Lebensstandard hoch war, ständig wuchs und weit über dem lag, was andere Leute sich leisten konnten.
1983 ist alles anders. Die Firma "Hormann Massiv Bau" ist pleite. In den 70er-Jahren hatte Daniels Vater Siegfried seine Beamtenstelle als technischer Bauzeichner bei der Bremer Oberfinanzdirektion aufgegeben, um in der freien Wirtschaft Geld zu verdienen. Ein repräsentatives Eigenheim im Grünen wird gebaut, das Platz bietet für die vier Kinder, drei Hunde - und einen Swimmingpool. Für Mutter Marlene, die eigentlich mal andere Vorstellungen von ihrem Leben hatte, bleibt die Büroarbeit im Vertrieb ihres Mannes. Und das Gefühl, hier in Heilshorn gefangen zu sein, Zweitauto hin oder her.
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https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Rom...enemann372.html
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